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Long Long Slow Slow, heißt die „neue“ Platte von A Key Is A Key. Und warum ich darüber noch nichts geschrieben habe? Und auch nichts über Vessel oder die neue von One-Eyed Mule? Weil ich keine Zeit habe – so einfach ist das. Ich bin gerade damit beschäftigt, die Releases von Klak Tik (30.03.) und Southern Gothic Tales (20.04.) in Deutschland zu begleiten. Und jetzt gerade in Berlin auf Tour mit With no Arms and Legs und Leap Over Light und vielleicht trifft man sich ja hier auf Konzerten:
April 11: Junction Bar (+ Moon Milk for Cancer Cats)
April 12: Intersoup (akustisch)
April 13: Die Bunte Kuh (+ Deep Blue Charming Nudes)
April 14: Antje Öklesund
Die Single When Skin Breaks (Leap Over Light feat. With no Arms and Legs) ist auch soeben erschienen:
Keine Top10 Albenliste dieses Jahr, aber worauf ich mich 2012 freue, kann hier nachgelesen werden.
Eigentlich sollte ich wieder eine Top 10 der besten dänischen Alben machen. Aber wie, wenn es keine zehn guten gegeben hat? Ich müsste sie auffüllen mit Platten von Let Me Play Your Guitar oder The New Spring. Und das wäre doch eher etwas deprimierend gewesen – zumindest, wenn man sie auf den vorderen Plätzen gefunden hätte. Natürlich gab es in diesem Jahr auch eine Handvoll guter EPs von Jogil Knif, Leap Over Light oder From Sarah. Aber wie ich es wende und drehe, ich habe mich schlussendlich dagegen entschieden, eine gemischte Liste zu machen.
Es bleibt aber festzuhalten, dass sowohl E Birds „Lake Of No Land“ und „Modern Man“ von Southern Gothic Tales um den ersten Platz gerungen hätten – gut dass ich die Entscheidung jetzt nicht mehr treffen muss.
Aber wer veröffentlicht etwas in diesem Jahr? Pinkunoizu habe ich ja schon für letztes Jahr angekündigt. Dann sind leider die Riots in England dazwischen gekommen. In deren Folge ist ein Lagerhaus abgebrannt, wo ein Haufen Independentlabels ihre Platten liegen hatten, und so dauert es also noch etwas (nämlich bis März), bis „Free Time“ in die Läden kommt. Ein neues Video gibt es trotzdem jetzt schon:
Monkey Cup Dress waren auch schon letztes Jahr auf meiner Wunschliste. Dann sind einige Dinge dazwischen gekommen (Aber nicht die Riots) und es ist immer noch nicht offiziell, welches Label das fertigproduzierte Album veröffentlichen soll. Aber es soll 2012 kommen, sagen sie… Andre Veröffentlichungen von Copenhagen Collaboration dieses Jahr kommen endlich von CODY (Hätte im März sein sollen; allerdings habe ich gerade über meinen Knopf im Ohr erfahren, dass sich das um unbestimmte Zeit verschieben wird) und Sleep Party People stehen kurz vor dem Release ihrer zweiten Platte, die „We Were Drifting On A Sad Song“ heißt und am 09.04. erscheint. Die erste Single heißt A Dark God Heart:
Desweiteren wird die Debut-LP von der CC-Band From Sarah gerade jetzt gemastert. With No Arms And Legs gehen demnächst auf Europatour; im April geht es nach Berlin und Umfeld, wo sie dann von Leap Over Light begleitet werden. WNAAL veröffentlichen dieses Jahr wohl eine EP, die die bedauernswert schlechte LP von 2011 hoffentlich vergessen lässt und ihre Liveenergie einfängt, und auch von LOL erscheint wohl eine LP als Nachfolger von „Wild Oak“.
Leap Over Light: Cumulus
JetFlower stehen auch schon länger an. Das Album „We Walk Alike“ ist fertigproduziert, allerdings gibt es bisher keine Infos darüber, wann und wer sie veröffentlicht.
JetFlower: Something To Someone / The World Is Mine
Auf meiner Wunschliste für 2012 stehen dann noch eine LP von Jogil Knif und eine von The Boombox Hearts. Und das ist dann, worauf ich mich dieses Jahr freue. Ach ja, und natürlich Hammonds, Harrington & Destroy. Hier ist ein Interview und bei den Liveaufnahmen sieht man mich vorne rumspacken; Wo ist Walter?
Von einer Platte, die so nicht erschienen ist, zu einer Platte, die so nicht hätte erscheinen sollen. Kurz vorm neuen Jahr kommt der zweite Teil von Liegengeblieben 2011.
Jacob Faurholt: Dark Hours (Raw Onion Records), VÖ: 15.08.2011 Nach seinen Platten mit seiner ersten Band Sweetie Pie Wilbur, nach seinen Projekt Why Write? und Utyske erscheint jetzt die dritte Soloplatte des Wahlberliners. Faurholt macht genau da weiter, wo er 2009 mit Are You In The Mood For Love? aufgehört hat, macht nämlich kein Fass auf, spielt leise und in sich selbst ruhend seine 11 Lieder. Bewahre, die Platte ist an und für sich nicht schlecht, nur fehlen mir ein, zwei Lieder, die mich vom Hocker reißen. Medicine wirkt mit Hintergrundlärm-Experiment und der Doppelung der Stimme neben dem schönen cohenschen Untitled noch am besten. Und dann sollte unter allen Umständen auch das nette Creatures in the Sea erwähnt werden, bei dem Sóley von der isländischen Band Seabear einen bezaubernden Gastauftritt hat.
From Sarah: Notes (Slow Shark Records), VÖ: 05.09.2011 Auf der ersten EP von CODY gibt es denn Song Comfort And Rage, wo Gitarrist David Fjelstrup die zweite Strophe singt. Das wirkt erfrischend und besonders, da dieses Experiment auch bisher nicht wiederholt wurde. Nun hat Fjelstrup zusammen mit Bassist Moogie und Trommler Ask Bock eine Zweitband gegründet und das, was besonders war, wird Normalität. Noch zeigt sich nicht das ganze Potential der Band; die EP markiert nur das Territorium, zeigt aber noch nicht, wo es eigentlich hingehen soll. Unter die vier Songs gibt es weder ein schlechtes Lied noch eines, das besonders hervorzuheben wäre. 17 Minuten läuft es einfach nur und ist dann vorbei. Während wir auf die LP warten …
Demons
Hammonds, Harrington & Destroy: Hammonds, Harrington & Destroy Forever EP (Facebook), VÖ: Januar 2011 Sollte man überhaupt eine Platte reviewen, die niemals erschienen ist? Die vier Jungs von HH&D, die früher mit verschiedensten Bands die halbe Welt bespielt haben (The Fashion, Decorate Decorate, Hatesphere/Black City und 20 Belows/The Headliners) gründeten sich Ende 2010. Die Lieder, die die EP ausmachen sollten, erscheinen Anfang Januar auf Facebook. Weil irgendwo irgendjemand die Augen und Ohren offen hatte, wurden sie allerdings als einer der ersten Acts überhaupt fürs Roskilde gebookt, was dazu führte, dass HH&D den physischen Release der EP Hammonds, Harrington & Destroy Forever auf unbestimmte Zeit verschoben.
Musikalisch befinden wir uns in einer schwer zu beschreibenden Folk-, Punk-, Indierock-Welt. Die aggressiv-melancholischen Texte drehen sich um kaputte Familienstrukturen, Alkoholismus, einen heftigen Vaterkomplex – Sänger Jakob Printzlau schüttet sein zerbrochenes Herz aus und als besonderer Twist werden die Refrains seiner intimen und verbitterten Texte von der gesamten Band geshoutet, was natürlich besonders live einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Inzwischen wurden sie von Playground Music gesignt und veröffentlichen dann in der ersten Hälfte 2012 die erste „richtige“ Platte.
Jogil Knif: Jogil Knif EP (Eigen Vertrieb), VÖ: 14.06.2011Download via Bandcamp Einer Entdeckung, die ich dem neuen Netzmag Underlyd zu verdanken habe. Ansonsten hat auch niemand, wirklich niemand über diese kleine majestätische EP berichtet. Meist nur begleitet von einer akustischen Gitarre, mal von einem Akkordeon, singt Torsten Højgaard mit einer eigentlich unbedeutenden Stimme, in simplen Melodien, kaum erwähnenswerte Texte über die Liebe („You are mine / Mine, mine to love / Mine to hold / Mine to watch from a distance [..] You and I“) mit Titeln wie You And I und With You. Aber das alles hat eine solche Zwanghaftigkeit, dass es schwer ist, sich dem zu entziehen.
Die Frage ist, wie sich die Zukunft gestalten wird. Es scheint, als würde Højgaard sich nicht weiter mit Promotion auskennen, als wäre es ihm auch nicht wirklich wichtig und ob eine Plattenfirma sich seiner annehmen möchte, wage ich eigentlich zu bezweifeln. Was bleibt, sind vier Lieder im Geiste von Elliot Smith und Nick Drake und mehr… mehr wird wohl nicht kommen, aber ich werde 2012 gerne positiv überrascht.
The Late Great Fitzcarraldos: The Late Great Fitzcarraldos (A:larm Music / Fake Diamond Records), VÖ: 02.05.2011 Getragen wird diese funky Karibikplatte von Tobias Buchs feinem Falsett und Jakob Millungs brummenden Bass. Vor einem knappen Jahr haben sie eine EP mit vier Tracks auf die Straße gebracht und diese Tracks bilden auch das Rückgrat des LP-Debuts – sind unter den ersten fünf Nummern zu finden. Das sagt vielleicht einiges über die Qualität der anderen Lieder aus. Dass die Platte für mich aber trotzdem zu einer der besten dieses Jahres gehört, sagt wiederrum einiges über die EP aus. Gerne würde ich Urlaub auf Kuba machen, meine warmen Abende in der Strandbar verbringen, Cocktails trinken und jeden einzelnen Abend dieser Band als Hauskapelle lauschen. Es klingt wie Sand zwischen den Zehen. Bittersüße Liebeslieder – die Hommage an Annie und My Temptation könnten Klassiker werden.
Annie
My Temptation
With No Arms And Legs: With No Arms And Legs (It Was Gnarled), VÖ: 20.06.2011 Was habe ich nicht schon über diese Band gesagt? Über diese vielleicht beste Liveband des Landes geschrieben? Bei den 10 Liedern dieser Platte gibt es keinen einzigen wirklichen Durchhänger, keine Lieder, bei denen man sagen könnte, dass sie nicht auf dieser Platte sein sollten. Doch die Masse macht´s. Es fehlt ein durchgehender roter Faden, irgendetwas, das alles zusammenhält. Diese Platte ist leider ein Mischmasch, mit dem die Bandmitglieder im Nachhinein selbst nicht zufrieden sind. Es geht in zu viele Richtungen. WNAAL wollen alles und gewinnen dabei im Endeffekt nichts. Noch mal: Es gibt keinen schlechten Song auf der Platte; Ballet Mess, Butterflies oder Sliver Of A Wet Dream sind sogar äußerst hörenswert, aber nichts, nichts von der Livequalität dieser vier wundervollen Menschen ist auf diesem Debut zu hören. Einen Gang zurück und bitte eine EP in 2012 rausgeben.
With No Arms And Legs haben mit 2 Gastmusikern und 13-köpfigem Chor in die Ansgar Kirche eingeladen. Nach guten 80 Minuten merkte man aber, dass da noch Luft nach oben ist, dass da noch etwas fehlt.
With No Arms Ans Legs sind, wie ja schon häufiger erwähnt, die direkten Nachfolger von Attrap. Während Jonas Hymns from Nineveh Petersen zum Kritikerdarling geworden ist, fühlte es sich für die verbliebenden drei Mitglieder so an, als wäre ein Bein oder ein Arm amputiert. Als im Juni dann das Debut der neuen Formation erschienen ist, bekam es eher mittelmäßige Reviews. Und es ist ja wahr: Was live zu dem Besten gehört, was Dänemark zu bieten hat, ist auf Platte eben etwas … mittelmäßig.
An diesem Dienstagabend spielen sie 15 Lieder, unter anderem ein majestätisch ruhiges Gentle Guy: Nur mit einer akustischen Gitarre schreiten Johan Ask Nielsen und Gertrud Hjelm Kongshøj einmal den Gang entlang, von der Bühne zu Kirchentür, und zurück. Bis zu diesem achten Lied ist auch alles soweit ok, haut einen – trotz der Riesenbesetzung – aber nicht vom Hocker. Es fehlt etwas. Irgendwie zündet diese eigentlich so fantastische Mischung aus „pseudoreggae Offbeat-Guitarren, Metalrefrains, schlechten Hip Hop-Beats und Disco zwischen Abba und Aqua und Acapella“ heute nicht. Die Ansagen zwischen den Liedern fehlen. Die Entertainmentqualitäten der Musik sind zwischen den Tönen nicht vorhanden. Desweitern ist die Kirche bestuhlt, was einen auch nicht gerade zum Tanzen animiert und deshalb ist es wohl umso wichtiger, das Publikum anders zu unterhalten. Erst nach dem 11. Lied, Uniforms mit Troels Damgaard Holm als Leadsänger, und als sie danach bemerken, dass sie es in der falschen Tonart gespielt haben, lockert sich die Atmosphäre. Und die letzten vier Songs lösen ein Versprechen ein, dass hier eine Band zugange ist, die Großes erreichen könnte: Gertuds Ballade Young Hearts über Teenagerliebe in der Provinz und zum Abschluss das großartige vom Chor getragene Salmen.
Aber es fehlt eben noch was. Es fehlt etwas, wie Blixa Bargeld es vor tausend Jahren und längst vergessen mal für das Tim Isfort Orchester formuliert hat. Es fehlt etwas, etwas Unbestimmtes. Es gibt dafür ein Wort, aber welches? Es sind hohe Erwartungen, die ich habe, Ansprüche, die ich an WNAAL stelle. Vielleicht können sie meine Wünschen auch nicht entsprechen, aber es scheint mir, als wären alle Zutaten dafür da. Und wenn Brian Wilson noch die letzten paar Jahre seines Lebens mit dem Versuch verbringt, die ultimative Teenager Sinfonie an Gott zu schreiben, und wenn Freddie Mercury von den Toten aufersteht und mit Queen noch einmal eine Bohemian Rhapsody aufnimmt, Johan Ask Nielsen, Troels Damgaard Holm, Gertrud Hjelm Kongshøj und Drummer Benny Fries Borgaa sind dann doch näher dran an diesem einen großen Lied, das alles andere in den Schatten stellt und wegbläst. Sie sind bald wieder im Studio und die Frage wird sein, wie sie ihren Livesound perfektionieren und auf Platte pressen können. Bis diese eine große Hymne kommt, bleiben sie für mich irgendwie unvollendet. Es fehlt etwas – und nicht Arme oder Beine, denn Jonas Petersen fehlt nicht, glaube ich.
Für einen kurzen Augenblick komme ich dann doch aus der Sommerpause und möchte noch zwei Videos zeigen. Das erste ist von Jacob Faurholt. Seine Platte „Are You In The Mood For Love?“ habe ich ja vor langer Zeit mal besprochen und auch sein Projekt Why Write? gefiel mir ganz gut. Inzwischen ist er nach Berlin umgezogen, tritt hier in verschiedenen Soaps und Krimis auf (leider kein IMDB-Eintrag) und insgesamt scheint ihm und seiner Musik die Luftveränderung gut zu tun. Am 15. August erscheint seine neue Soloplatte „Dark Hours“ und das Video zu Creatures in the Sea ist gerade erschienen. Zweite Stimme singt übrigens Sóley Stefánsdóttir von den isländischen Seabear.
Das andere Video ist von With No Arms And Legs. Die haben am 15. Juni ihr Releasefest gefeiert (über das ich – Asche auf mein Haupt – bisher noch nicht geschrieben habe). Am 20. Juni ist ihr Debüt erschienen (über das ich auch noch nicht geschrieben habe). Doch einer der Vier Köpfe von WNAAL, Johan Ask Nielsen, war so freundlich, am Samstag beim START! TV vorbei zu schauen, und uns zum ersten Mal im dänischen Fernsehen das Video zu Sliver Of A Wet Dream präsentieren zu lassen. Und das gibts jetzt endlich auch offiziell. Und das kommt hier. MAZ ab!
Nur weil ich gerade mitbekommen habe, dass With no Arms and Legs gerade mit dem netten Herren Moogie ihre Platte aufnehmen und sie am 16. Juni Release feiern, gibt es hier doch mal ein Livevideo aus der Brorson Kirche (Das ist die mit den Asylanten und der Polizei und so).