Mit ‘loppen’ getaggte Artikel

E Bird @ Musiksmag, 05.05.2011
Beatsteacks @ Loppen, 06.05.2011
Hammonds, Harrington & Destroy @ Proberaum, 06.06.2011

Hammonds, Harrington & Destroy

Am Donnerstag spielte Tue Ebert aka E Bird ein kleines Set im Zusammenhang mit dem Release von „Lake of No Land“ im Musiksmag und es war wieder ein souveräner Auftritt.. Am Tag darauf haben wir Nachmittags ein Interview mit Peter von den Beatsteaks gemacht. Wir liefen durch Christiania, zeigten im Staden. Vor dem Konzert am späten Abend bin ich dann noch raus auf die Refshaleøen. Die neue und der Öffentlichkeit noch fast unbekannte Band Hammonds, Harrington & Destroy spielten ihr aller erstes Livekonzert in ihrem Proberaum. Die EP „Hammonds, Harrington & Destroy Forever“ ist noch nicht mal erschienen und schon wurden sie für den Pavilion Junior gebucht. Wir waren vielleicht 30 Leute, es gab Copenhell-Bier (6,66%) und der Sound war natürlich megakacke. Aber hört euch die Jungs auf Facebook an, irgendwie irisch inspirierter Folkcore (und schon wieder ne neue Musikrichtung geschaffen).

Und heute cruise ich dann zufällig auf Myspace rum und sehe, dass ich offenbar noch eingeloggt bin und lese also – 3 Wochen verspätet – ne Message von Jeppe Cornelius. Seine alte Band Won’t Lovers Revolt Now hat er aufgelöst und mit u.a. Kristian Harting (DreamJockey) am Bass The Yes Wave gegründet – auch mal anhören.

PS: Beatsteaks auf Loppen? Natürlich wieder großartig!

Thee Attacks @ Loppen, 15.03.2011

Thee Attacks haben vor fast einem Jahr ihr Debüt rausgegeben und sind gerade heimgekehrt von gefeierten Konzerten auf dem SXSW in Austin. Ich bin nach Christiania gefahren und habe mir mal angeschaut, wieso sie so gehypt und hofiert werden.

1933 veöffentlichte der dänisch-norwegische Autor Aksel Sandemose seinem Roman „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“. Protagonist ist Espen Arnakkes, der von seiner verdammten Jugend in einem fiktiven Kaff namens Jante erzählt. Aus dem Roman abgeleitet ist das Jantegesetz:

1. Du sollst nicht glauben, dass du etwas bist.
2. Du sollst nicht glauben, dass du genauso viel bist wie wir.
3. Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.
4. Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.
5. Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.
6. Du sollst nicht glauben, dass du mehr bist als wir.
7. Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.
8. Du sollst nicht über uns lachen.
9. Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.
10. Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.

Diese Gebote sind noch immer sehr verbreitet in Skandinavien und stellen einen Code des Miteinanders da, allerdings ist es inzwischen so, dass die Jugendlichen sich in dem entgegengesetzten Extrem bewegen, sich benehmen als seien sie der Mittelpunkt dieses funky Universums. Sie glauben, sie seien mehr wert als andre, strahlen diese Überzeugung aus, versuchen auf jeden Fall, diese Überzeugung auszustrahlen.

Darüber denk ich halt nach, als Troels, Jannik, Jeppe und Rune aus Aalborg die Bühne im Loppen betreten und sich in Terry, Jimmy, Johnny und Ritchie verwandelt und sich Thee Attacks nennnen. Die Musik ist Rock, von den ´60ern und ´70ern inspirierter Rock – und mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Das spannende ist Vorsänger Jimmy Attack. Als eine Mischung aus Michael Hutchence und Roger Daltrey hat er sich zwar eine Gitarre umgeschnallt, fickt sie aber mehr als dass er sie spielt, würde sie sich wohl am liebsten in sämtliche Öffnungen einführen, er wälzt sich auf dem Boden, kämpft mit seiner unbändigen braune Mähne, „Fucking great!“ und „How are you out there?“ brüllt er ins Mikrophon und – ob gerade aus Texas zurückgekommen oder nicht – das ist schon etwas merkwürdig für eine dänische Band. Aber das wirklich merkwürdigste ist, dass es nicht komplett lächerlich wirkt. Aus irgendeinem Grund finde ich es sogar fast souverän.

Als sie am 12.04.2010 mit „That´s Mister Attack To You“ auf Crunchy Frog debütierten, hatten sie bestimmt schon den Plan, Rockstars zu werden. Und ich glaube, dass sie eigentlich auf einem guten Weg sind. Ich kauf Thee Attacks ihre Attitüde nicht ganz ab und habe so meine Vorbehalte. Dänemark ist sicher zu klein für Troels, Jannik, Jeppe und Rune aus Aalborg, doch Terry, Jimmy, Johnny und Ritchie könnten sehr vieles erreichen.

With No Arms And Legs + Age of Giants + Hunch Bettors @ Loppen, 11.03.2011

Ich hätte vielleicht im Bett bleiben sollen. Jetzt bin ich krank und mein Telephon ist weg. Aber gelohnt hat es sich trotzdem, denn With No Arms And Legs sind alle Strapazen wert und ich verzeihe ihnen sogar das Prost!-Spiel.

Hunch Bettors kommen um kurz nach zehn auf die Bühne und hüllen das Loppen in ein weichen Klangteppich mit zwei Trompeten und Glockenspiel, doch dann macht Sänger Jeppe Ladegaard den Mund auf… erst kann man es vielleicht auf den Mann am Mischpult schieben, aber alles was bleibt, nachdem das Mic leiser gedreht und etwas Hall rausgenommen wurde, ist, dass der Sänger nicht singen kann. Das ist, angesichts des formidablen Sounds, den die Jungs ansonsten produzieren, eine Schande. Irgendwo vorne tanzt permanent eine nicht mehr ganz junge Frau, die bestimmt Maike heißt, Schleiertanz. Aber das trägt auch nur kurzweilig zur Erheiterung bei.

Die nächste Band – Age of Giants – versöhnen mich wieder mit diesem Abend. Der Vorsänger hat Frisur, Tamburin und ein Teil von Liams Attitüde von Oasis Reste Rampe erworben – halt all das, was Beady Eye nicht braucht. Nur Noel… den wollte keiner.
Kleine und verspielte Melodiekleinode, geschaffen um zu träumen: „If we could stay around and dream for while / That not only birds can fly / We raise above the sky / And fly away into the night“, singt er mit liamesker Schnotterigkeit. Nur das elektronische Keyboard geflicke wird ab und an etwas zu viel.

Keyboardlastig sind definitiv With No Arms And Legs, die um halb eins auftreten und eine gute Stunde lang alle zum tanzen bringen – nicht nur Maike mit den Schleiern. Die Band besteht aus Gertrud Hjelm Kongshøj, Johan Ask Nielsen, Troels Damgaard Holm und heute auch aus einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einem dreiköpfigen Chor. Gertrud, Johan und Troels sind der Rest der fantastischen indiepoppern von Attrap, zu denen damals auch Jonas „Hymns from Nineveh“ Petersen gehörte. Während Petersen sich den ruhigen Tönen widmet, sind With No Arms die legitimen Nachfolger. Wild und manisch und irgendwie kommen sie mit allem durch: Egal ob pseudoreggae Offbeat-guitarren, Metalrefrains, schlechten Hip Hop-Beats und Disco zwischen Abba und Aqua und Acapella von sechs Leuten. Leidenschaftlich und voller Schweiß. Man kann sich auf die Platte freuen, wenn sie jetzt endlich mal raus kommt; ich hab seit fast einem Jahr eine unmasterierte CD bei mir im Schrank, die mir Johan damals zum Start! in die Hand gedrückt hat. Und die ist leider nur vereinzelt hörenswert.

Ach ja, wenn jemand mein LG-Handy finden sollte, bitte unter lostinkbh @ gmail.com kontakten. Ich bin krank und gehöre ins Bett.

Klak Tik: Must We Find A Winner (Safty First Records/Import), VÖ: 14.07.2010

Dem Dänen Søren Bonke ist im englischen Exil eine solides Debut gelungen. Der Regen, die Liebe, das Leben – die drei Essenzen Menschlichen Daseins verbunden zu einer Platte, die mehr ist als die einzelnen Komponenten.

Klak Tik, sagt der Regen. Klak Tik.

Klak Tik, sagte der Regen vor zwei Wochen, als ich raus nach Christinia sollte, um Chimes & Bells auf Loppen zu sehen.

Klak Tik.

Der Support sollte laut Programm eigentlich Our Broken Garden sein, doch aus irgendeinem Grund wurde es diese hier zu Lande unbekannte Band.

Klak Tik, dachte Søren Bonke, als er – wahrscheinlich leicht betrunken oder verkatert oder beides – in seinem Zelt auf dem Glastonbury-Festival saß und dem Regen zuhörte.

Klak Tik.

Vor zehn Jahren hat Bonke seine Zelte in Dänemark abgebrochen und ist über den Umweg Düsseldorf (natürlich wegen einem Mädchen) nach London gekommen.

”Speak Klak Tik, the rain said and I understood” steht nun auf seinem Homepage und unter diesem Namen veröffentlichte er am 14 Juni eine sehr schöne Platte auf Safty First Records, die ”Must We Find A Winner“ heißt.

Und ich glaube jeder, der dieses Album hört, wir denken, was ich dachte: „Super, wie Radiohead bevor sie merkwürdig wurden“, doch sind es so viele Referenzen, die herangezogen werden können: Sufjan Stevens, Simon & Garfunkel, Jim O’Rourke… Die Liste ließe sich beliebig verlängern, doch trotzdem ist Klak Tik ganz eigen mit dem Piano, den kristallklaren akustischen Gitarren, den ruhigen aber insistierenden Drums und dein feinen zart melancholischen Melodien, die irgendwo tief in unsere winterkalten Herzen treffen.

The 2nd Wave is Sometimes Bigger ist als das erste Lied ein kleines Meisterwerk, ansonsten fällt das Album leider leicht ab von dem aufgeblähten Livesound, der mit bis zu acht Musikkern auf die Bühne gebracht wird.

”Must We Find A Winner” bekam 9 von 10 Punkten im NME und rhetorisch geschult – no strings attached – schreibt Journalist John Doran ”So who has released the orchestral folk album of the year? Some people think it’s Bonke’s.”

So weit würde ich nicht gehen. Das Album hat – mit seinen 13 Liedern und fast einer Stunde Spielzeit – einige Längen; viele Lieder vergisst man gleich nach dem hören, doch fügen sie sich ins Ganze ein und man sollte diese Album unbedingt einmal auflegen, wenn der Regen fällt und man am liebsten auswandern würde – vielleicht wegen einem Mädchen.

Klak Tik, sprach der Regen und ich verstand.

Gerade aus Barcelona wiedergekommen. Take a Holiday in Spain und weil es ja auf diesem skandinavischen Blog sonst nicht viele Chance gibt, diesen Song mal zu posten, kommt er hier:



In Barcelona gabs doch auch glatt ein Konzert der Hidden Cameras, an das ich mich aber, dank eines Spaniers, der mich, auf Deutsch krakeelend, mit einer Flasche Schnaps und einer Flasche Limo abgefüllt hat, nur noch bruchstückartig erinnern kann. Aber der Frühling in KBH gibt mir jetzt eine zweite Chance: Am 20/4 im Vega mit Men Among Animals als Vorgruppe. Deren neue Platte Run Ego werde ich hier wohl demnächst reviewen.

Außerdem wird Huset i Magstræde 40 Jahre alt. Am 16/4 spielen unter anderen

21.15 – 21.35: Mads Beldring
21.40 – 22.00: Rolf Hansen
22.05 – 22.25: Erwin Thomas
22.30 – 22.50: Maria Viskonti
22.50 – 23.10: Pause
23.15 – 23.45: Per Kristensen/Maria

Und vom 16/4-18/4 steht das Popfest im Råhuset an. Es wird ein großer April. Hoffe nur, ich habe genug Zeit, Geld und ausreichend Sonne im Herzen.

16/4 The Notwist – Vega

16/4-17/4 Huset wird 40! – Huset i Magstræde

16/4-18/4 Copenhagen Popfest – Råhuset

17/4 Efterklang – Vega

17/4 Shout Wellington Air Force – Din Nye Ven

18/4 Band of Horses – Vega

19/4 Emanuel and The Fear – Loppen

19/4 Noah and the Whale – Vega

20/4 Hidden Cameras (Support Men Among Animals) – Vega

21/4 The Foreign Resort – Huset i Magstræde

26/4 Grant-Lee Phillips – Vega

28/4 Club Shhhh: Betting on the Mouse und August and the Red Apples

30/4 August Rosenbaum-Releasefest mit Pinkunoizu – Råhuset

Und ein besonderer Dank geht raus an die Lufthansa, die mein Gepäck auf dem Hin- und das eines Reisebuddies sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg irgendwo zwischen Mailand und München vergessen hat.


Pinkunoizu feat. Hurrah Ensemble, Loppen, 20.2.2010

Zum ersten Geburtstag von Club MULM haben Pinkunoizu das schönste Geschenk geschnürt: Ihren LowFi-Pop live mit einer Big Band. Herzlichen Glückwunsch.

MULM heißt nicht nur so viel wie zerfallende Erde oder Staub. Seit einem Jahr steht das auch für MUsik und fiLM (Schön, dass das auch auf Deutsch funktioniert). Club MULM wird einmal im Monat im Loppen abgehalten und dient als Spielplatz für Musik- und Filmnerds. Im Laufe der Zeit traten dort so unterschiedliche Bands und DJs wie Twins Twins, COPYFOKKING, Qadron oder Vampire Blow auf.

Zum ersten Geburtstag hat Nikolej Bæk für seinen knapp 30 Minuten langen Film „Internettet er min ven“ Interviews verschiedener Musiklegenden wie Waits, Dylan, Elvis oder Young zusammengeschnitten, die sonderbarsten Antworten auf noch viel sonderbarere (schöner Komparativ!) Fragen geben, bekannte, wie Dylans Antwort auf die Frage, wie viele Protestsänger es gäbe (136) und weniger bekannte wie Frank Zapper, der von dem Konservativen Journalist John Laughton ins Kreuzverhör genommen wird.

Doch viel wichtiger war wohl der Auftritt von Pinkunoizu, der neuen High Life, Low-Fi Band um Andreas Pallisgaard und Jakob Falgren (Jaleh Negari und Jeppe Brix waren diesen Abend nicht da), die seit September die Szene in Kopenhagen Stück für Stück für sich gewinnen.

Doch für den Abend haben sie sich entschlossen, ihren Low-Fi-Pop mit der 11-köpfigen Big Band Hurrah Ensemble in neue Sphären zu heben. Endlos lange Versionen ihrer Lieder, mal laut, mal leise, schwebend und krachend. Megaübertrieben! Am 5.3. gabs dann noch mal einen Nachschlag im Christianshavns Beboerhus.

Hier die Songs zum Streamen und falls das nicht ausreicht, zieh sie dir von Pinkunoizu.com auf deinen Rechner.

1. My Vacant Home


2. Dairy Queen


3. Time is like a melody


4. Somber Ground


5. Perish in Hilton


6. Lacuna Island