Mit ‘Kashmir’ getaggte Artikel

The Gun + Christian Hjem + Jacob Bellens + Il Tempo Gigante + Song For Wendy, Huset i Magstræde, 10.12.2010

Nye Rødder feierten Weihnachten mit einem auf Papier herausragendem Lineup, gratis Futjes und Punsch. Und natürlich wurde es ein sehr gemütlicher Abend, der aber auch ein oder zwei Durchhänger hatte.

Wenn um neun die Tür öffnet, dann gibt es einen Ansturm. Da musste man kein Prophet sein, um das vorauszusagen; sogar die Gratiszeitung Urban hatte für das Konzert geworben und Figurines (Christian Hjelm) und Murder (Jacob Bellens) gerade eh in aller Munde. Also wird das rituelle Cocktailtrinken nebenan im Cafe Katz abgekürzt und wir stehen viertel vor neun auf der Matte, in der Schlange. Wir kommen noch ohne weiteres rein und bekommen beste Sofaplätze; späterhin wird es allerdings eng.

Ich habe vor nicht einmal einer Woche gesagt, dass Song For Wendy “viel zu nett und ohne nennenswerte Friktion seien”; ohne Friktion sind sie noch immer, als sie den Abend eröffnen, und auch nett, aber hier, in diesem viel kleineren Umfeld ist es nett ohne das „viel zu“.

Dann kommt der unendlich oft erwähnte Rolf Hansen aka Il Tempo Gigante; doch worauf ich mich eigentlich gefreut hatte – ihn nach drei Jahren endlich wieder mit Band zu sehen – fällt ins Wasser. Eigentlich als Trio angekündigt, spielt er doch wieder nur ein Soloset mit Loopstation und massig Pedalen, worüber er sich noch immer freuen kann. Natürlich ist er wieder mal der Höhepunkt des Abends, besonders für alle, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten.

Hoffentlich noch lange unter uns: Dänemarks größte Stimme.

Dann, kurz nach zwölf kommt Jacob Bellens. Vor kurzen habe ich mich noch mit jemandem darüber unterhalten, was passieren würde, wenn er stirbt (bei seinem Kaffee&Kippen-Konsum und seiner Statur durchaus vorstellbar). Ich denke, er würde eine Legende werden und so niemals wirklich sterben (pathetisch, ich weiß). Er hat die wahrscheinlich größte Stimme dieses Landes (gestern, am 15.12. zum Gaffa-Preis, war er als bester männlicher Künstler nominiert – gewonnen hat doch wieder Kashmir-Eistrup) und einer der wenigen, die von der Musik alleine leben (wenn wohl auch mehr schlecht als recht). Solo spielt er am Klavier wohl Lieder, die noch nicht ganz fertig sind, von denen er noch nicht weiß, ob er sie für Murder oder I Got You On Tape verwenden will. Er ist brillant PUNKT

Zu Christian Hjelms Soloauftritt sind alle – wohl inklusive ihm – schon viel zu müde. Und wie gut die neue Figurines-Platte auch ist, so langweilig wirkt er heute PUNKT

The Gun, die um halb zwei (!) auf die Bühne kommen, waren nicht angekündigt und wir hören uns zwei Lieder an und gehen dann auch; die Musik ist nett, der Sänger aber eigenartig eintönig – auf Myspace um Längen besser und auch hier setze ich einen PUNKT, sowohl für diesen guten Abend und dieses Post.

Frohe Weihnachten!

Heute Abend stehen die Danish Music Awards an. Da geht es ganz ähnlich zu, wie bei anderen Musikevents: Reichlich schlechte Musik und einige wenige Perlen. Ich bin auch am Start – komplett erwartungslos.
Nominiert sind:

Dänische Album des Jahres:
Kashmir “Trespassers” – Sony Music
Medina “Velkommen Til Medina” - A:Larm/labelmade/MBO
Mew “No More Stories” – A:larm/MBO
Nephew “Danmark Denmark” – Copenhagen Records/MBO
Rasmus Seebach “Rasmus Seebach” – ArtPeople 

Dänische Gruppe des Jahres:
Alphabeat “The Spell” – Copenhagen Records/MBO
Kashmir “Trespassers” – Sony Music
Nephew “Danmark Denmark” – Copenhagen Records/MBO

Dänische Künstlerin des Jahres:
Fallulah “The Black Cat Neighbourhood” – Sony Music
Medina “Velkommen Til Medina” – A:Larm/labelmade/MBO
Stine Bramsen (Alphabeat) “The Spell” – Copenhagen Records/MBO
 
Dänische Künstler des Jahres:
Burhan G “Burhan G” – Copenhagen Records/MBO
Rasmus Seebach “Rasmus Seebach” – ArtPeople
Trentemøller “Into The Great Wide Yonder” – A:larm/MBO
 
Dänische Newcommer des Jahres:
Fallulah “The Black Cat Neighbourhood” – Sony Music
Medina “Velkommen Til Medina” – A:Larm/labelmade/MBO
Nabiha “Cracks” – Border Breakers/Warner Music
 
Dänische Songschreiber des Jahres:
Medina & Providers for Medina “Velkommen Til Medina” – A:larm/labelmade/MBO
Rasmus & Nicolai Seebach samt Jinks for Rasmus Seebach “Rasmus Seebach” – ArtPeople
Søren & Nicolaj Rasted for Hej Matematik! “Alt Går Op I 6” – Copenhagen Records/MBO
 
Dänischer Produzent des Jahres:
Providers for Medina “Velkommen Til Medina” A:larm/labelmade/MBO
Rasmus & Nicolai Seebach for Rasmus Seebach “Rasmus Seebach” – ArtPeople
Trentemøller for Trentemøller “Into The Great Wide Yonder” – A:larm/MBO
 
Dänische Hit des Jahres:
Burhan G feat. Medina “Mest Ondt” – Copenhagen Records/MBO
Kato feat. U$O & Johnson “Hey Shorty (Yeah Yeah Pt. 2)” – disco:wax
Medina “Vi To” – A:larm/labelmade/MBO
 
Dänische Hit des Jahres:
Edward Maya feat. Vika Jigulina ”Stereo Love” – Sony Music
Stromae “Alors On Danse” – Universal Music
Yolanda Be Cool & DCUP ”We Speak No Americano” – Sony Music

Ausländische Band des Jahres:
Grizzly Bear “Veckatimest” – VME
Lady Gaga “The Fame Monster” – Universal Music
Robyn “Body Talk Pt. 1” – EMI
 
Dänischer Jazzrelease des Jahres:
Jakob Bro ”Balladeering” – Loveland Records
Nikolaj Hess ”Global Motion” – Stunt
Thomas Maintz ”This Is The Colour” – Gateway
 
Dänischer Vokaljazzrelease des Jahres:
Indra ”Indra” – Gateway
Sinne Eeg ”Don’t Be So Blue” – Red Dot Music
Sissel Vera Pettersen /Nikolaj Hess ” A Word” – Calibrated
 
Dänischer Jazznewcommer des Jahres:
August Rosenbaum ”Beholder” – Gateway
Magnus Hjorth Trio ”Old New Borrowed Blue” – Stunt
Thomas Bornø ”Village Nights” – Calibrated
 
Der dänische Crossoverjazzrelease:
Benny Andersen og Livslinjerne ”Hyldest Til Holdbarheden” – Playground Music
Girls In Airports ”Girls In Airports” – Gateway
Thunderstrucks ”Thunderstrucks” – Blackout Music
 
Das dänische Folk-album des Jahres:
CODY ”Songs” – Slow Shark /VME
Falgren Busk Duo ”Duet” – Go’ Danish Folk Music
Mike Andersen Band ”Echoes” – Cope/VME
Nalle & His Crazy Ivans ”Back To The Roots” – Marsk Music
Valravn ”Koder På Snor” – VME
 
Der dänische Folknewcommer des Jahres:
CODY ”Songs” – Slow Shark /VME
Falgren Busk Duo ”Duet” – Go’ Danish Folk Music
Tim Lothar & Peter Nande ”Two For The Road” – Straight Shooter Records
 
Der dänische Folk Musiker/Vokalist des Jahres:
Martin Seeberg ”Koder På Snor” – VME
Mike Andersen ”Echoes” – Cope/VME
Nikolaj Busk ”Duet” – Go’ Danish Folk Music
 
Dänischer Folkkomponist des Jahres:
Bjarke Falgren ”Duet” – Go’ Danish Folk Music
Kasper Kaae ”Songs” – Slow Shark /VME
Mike Andersen ”Echoes” – Cope/VME
 
Das dänische Worl-Album des Jahres:
Afenginn: “Bastard Etno” – Westpark Music
Basiru Suso ”Foli” – Gateway Music
Dánjal ”The Palace” – TUTL /Peregrina Music
Sara Indrio & The Latin Collective “Vol. 1” – Tralala Music / At:tack Music
Vokalselskabet Glas ”Kopirin” – Glas

Der dänische World-song des Jahres:
Alis Riddim feat. Wafande ”Lang Vej Hjem” – Juicyhalftone Records
Fatma Zidan ”Ana Kol” – Gateway Music
Mizgin ”Welcome Delal” – Missing Voices

Hmmm, warum hab ich eigentlich noch nie über Dad Rocks! geschrieben? Eigentlich unerklärlich. Die EP “Digital Age”, die der Dude (das ist das beste Wort, ihn zu beschreiben: Dude) aus Mitjütland im April rausgebracht hat, ist reich an wunderbaren Songs, die ein Langspieler verdienen. Ein spitzen Video zu Nothing Keeps Up gibt’s auch noch.

Zwischen Ironie und unendlichem Pathos oder umgekehrt oder gar nichts von alle dem. Egal. Die Songs gibt’s gratisdownzuloaden und warum ich gerade heute drauf komme? MTV CRIPS war vor kurzem in der Provinz und hat Snævar Njáll Albertsson aka Dad Rocks! auf seinem Hof besucht. Vielleicht gehört der Hof aber auch gar nicht ihm sondern jemand anders.

Hej, vielleicht ist das gar nicht MTV, das da am Start ist…

Und weil alles hier in DK auch ab und an etwas ernster zugehen darf, gibt’s ja noch Kashmir. Die sind nämlich gerade wieder auf nem Radiohead-Trip (Ansonsten höre die sich auch gerne mal wie Coldplay an, oder wie Travis, oder Pearl Jam – und das schon seit 15 und mehr Jahren) und haben die Fans – ja dich! – aufgefordert, ihr Logo in das Stadtbild zu tragen. Ob als Graffiti, ob als Ballon, Aufkleber oder Lichtinstallation: Ich finde das alles eigentlich ziemlich cool und das ganze ist jetzt als offizielles Video zu Pursuit of Misery rausgekommen und der Song ist eigentlich auch gar nicht mal schlecht.

PS: Ne, Kashmir ist gar nicht schlecht, aber halt so… naja… wieauchimmer.

Kurz bevor Roskilde anfängt, ist die zweiteilige Reportage über das Orange Blossom Special (auf dänisch und englisch) noch fertig geworden. Eine gute Kritik über das Festival, gibt es ansonsten hier bei den Kollegen von Nilson.de zu lesen.


Teil 1 – 41:03 Min.


Teil 2 – 39:52 Min.


Erstmals gesendet am 1.6.2010 (Teil 1) und am 22.6.2010 (Teil 2) und auf XFM, Se Tschörmans. Von Jan Hinnerk Petersen und Jan Christoph Hajek. Schnitt und Zusammenstellung: Jan Hinnerk Petersen.

PS: Im Myspace von Videomann – da beschreibt der Name mal genau, was es ist – gibts einige Konzertaufzeichnungen.

Der wohl berühmteste Vogel der letzten Jahre ist tot! Zumindest auf dem OBS-Plakat. Und gleich neben dem toten Piepmatz steht das Motto dieses Jahres: „Das kann man nicht twittern“ – und dann stellt sich natürlich die Frage, ob man es denn bloggen kann.

Tja, bloggen könnte man das ganze wohl, aber da das Orange Blossom Special in Beverungen im Garten der Glitterhouse-Villa – das wohl schönste und familiärste Festival, das ich je besucht habe – nur peripher etwas mit skandinavischer Musik zu tun hat (Es gab die großen Gesten von Kashmir und die vergleichsweise eher kleine Melancholie der Schweden von Golden Kanine), lasse ich es einfach und poste hier nur die Reportage, die Hinnerk und ich gemacht haben, sobald sie fertiggeschnitten wurde; was hoffentlich spätestens nächsten Dienstag passiert.

Golden Kanine auf dem OBS

Aber die Festival-Saison hat also ernsthaft begonnen: Meine Akkreditierung für das Roskilde Festival ist angekommen und vom 10.-12. Juni steht erstmal das Start!-Festival an, wo Se Tschörmans eine tägliche Show moderieren dürfen. Der ganze Spaß wird dann auch live im Internet zu hören sein.

Und wie war das noch mit der Schwalbe und dem Sommer? Das Wetter ist glücklicherweise Rechtzeitig auf dem Weg der Besserung, die Vulkanasche sich wohl am beruhigen. Da braucht man auch keine Vögel mehr.