Mit ‘huset i Magstræde’ getaggte Artikel

Bandbase-Legat Fest @ Huset i Magstræde, 23.04.2011
Leap Over Light @ Cafe Retro, 23.04.2011

Im Huset i Magstræde wurde In Memoirs, der Gewinner des Bandbase-Legates 2011, gefeiert. Doch die bessere Musik spielte woanders.

Bereits früh, um kurz vor acht, beginnt der Abend, an dem hier fünf Bands auftreten sollen. Den Anfang macht Shout Wellington Air Force-Vorsänger Bastian Kallesøe, der unter dem Namen The New Spring (Reinhörtipp: A Fox In The Snow) im März sein Solodebut veröffentlicht hat. Er ist alleine auf der Bühne, zeigt seine ausgezeichneten Fähigkeiten an der akustischen Gitarre, aber auch, dass seine Stimme ohne Hintergrundchor etwas dünn klingt und es an Melodie fehlt. Nicht dass die sieben Lieder schlecht sind, doch fehlt es etwas an einer essenziellen Spannung.

Mit Spannung wurde In Memoirs erwartet; nicht unbedingt von mir, ich habe mir die Musik auf Bandbase angehört und war nicht sonderlich beeindruckt. Aus 17.000 Bands wurde Morten Fillipsens Projekt ausgewählt, bekam Studiozeit, einen Scheck über 5.000 Kronen, ein Photoshooting und Jobs auf diversen Festivals im Sommer. Warum? Ich bin mir wirklich sehr unsicher. Ne, eigentlich habe ich wirklich keine Ahnung, doch das Feld der Nominierten war auch überschaubar: Außer In Memoirs waren es Asbjorn and the Strange Ears, Billow, The Kites, Hay Hay, LeKlik, Markens Mafia, Hunch Bettors, Hybschmann , Freja Loeb , 4 Guys From The Future, Forgotten Fields On Fire (Ihr dürft euch selbst die Mühe machen, die alle auf Myspace zu finden).

Nach zwei entsetzlichen Songs verlassen wir Huset – wollen um halb zwölf zu The Kites zurückkommen – und trinken ein Bier am Kanal, um den letzten Sonnenstrahlen des Tages zuzuprosten. Danach gehen wir ins Cafe Retro… und wann habt ihr das letzte Mal einen Mann bei einem Konzert gesehen, der sich eine Träne verkneifen musste? Um Viertel vor Zehn betreten die hier schon viel zu oft erwähnten Leap Over Light die kleine Bühne. Insgesamt sind vielleicht 30 Menschen im Cafe, dort, wo man die Musik hören kann, sieben. Und der Sound ist gigantisch! Ich habe hier vor ein-zwei Jahren Jacob Faurholt gesehen, der mit einer Klampfe gegen Cafégemurmel angesungen hat; nichts im Vergleich zu Heute. Auch hier ist jemand, Anders (wie ich später erfahre) – der seinen Mund nicht halten kann. Doch waren das immer wieder Worte wie „Unglaublich“, „Nein, wie krass“ und andere verblüfte Aussagen. Als ich später draußen mit ihm rede, kann er nicht aufhören zu erwähnen, dass das wohl „Das nächste große Ding“ sei. Mal sehen. Wie hemmungslos wird er wohl weinen, wenn die EP „Wild Oak“ Ende Mai, Anfang Juni erscheinen?

Zurück im Huset gibt’s The Kites – deren EP „The Kites Are On“ übrigens hier downzuloaden – und die sind ohne große Probleme einzuordnen: `60er Gitarrenpop. Etwas belanglose Texte, doch was macht das, wenn die Stimmung gut ist. Der Hit, Lizzie, wird natürlich auch gespielt: „Sweet Lizzie / Do you think I’m cheasy?“ Ja, ein bischen. Macht aber nichts, als wir raus in die Nacht gehen, um noch eine Bier auf Vesterbro zu trinken. Vielleicht haben wir heute den Anfang von etwas Großem gesehen. Leap Over Light jetzt, nicht The Kites… Die sind eher was nettes Kleines für zwischendurch.

Sothern Gothic Tales @ Huset, 9.04.2011

Bevor das nächste Wochenende anbricht, sollte ich ja noch schnell mein Konzerttagebuch weiterführen. Nach dem Konzerthopping am Freitag ging es weiter. Erst wieder auf Kødbyen, wo das Start! Festival Programmrelease hielt und dann aufs Huset, wo Southern Gothic Tales sich für ihre zweite LP feiern ließen.

Das Start! Hat gerufen und alle sind sie da. Naja, einige sind da. Zum Programm darf man sagen, dass ich sehr glücklich damit bin. Neben Lis Er Stille – die eine Überraschung sind, weil sie bereits zwei Platten veröffentlicht haben und das Festival eigentlich für Newcommer ist – spielen auch Dreamjockey und Leap Over Light. Letzter haben gerade sehr gute Kritiken für ihre Demo bekommen und erinnert euch doch bitte, wo ihr sie das erste Mal gehört habt. Ja, genau! Hier.

Dass Leap und Dreamjockey gleichzeitig spielen? Ja, nicht ganz so glücklich.

Danach gings weiter in die Innenstadt zum Huset i Magtsræde. Southern Gothic Tales gehen erst um 10 auf die Bühne und Anders Riis will erst nach dem Konzert ein Interview geben. Zeit für uns ins Parterre zu gehen. Hier feiern gerade die Sozialisten eine Party und man darf – ganz solidarisch – bezahlen, was man will. Wir bezahlen nichts; sind ja Journalisten. Zu meiner Freude geht just in den Moment, wo wir unten sind, Mixtune For Cully an die Instrumente. Ich wollte Aage Hedensted, der im Oktober 2008 die erste Platte „We know Where The Aircrafts Hide” rausgegeben hat, immer schon mal live sehen; und da er in Aarhus wohnt, kommt er eher selten in die Stadt der Könige. Der Sound auf der improvisierten Bühne war allerdings mies, aber nach einer Weile haben wir den Happy Spot gefunden. Also: Sozialisten haben die beste Mucke, aber den schlechtesten Sound. Word!

Aber das war ja alles nur ein kurzer Abstecher. Wir sind hier wegen den Tales, die oben im Musikcafen spielen, und als wir um kurz vor Zehn da sind, sind sie auch schon auf der Bühne und spielen Where Everybody Drown. Bassist Moogie Johnson, war gestern wohl noch etwas länger im KB18 und trägt die absolut, wirklich absolut dümmste Sonnenbrille. Huset ist hier oben etwas leer, aber die Stimmung ist gut und konzentriert und die Band spielt großartig. „Es ist schwierig, so deprimierende Songs zu spielen, wenn man eigentlich so gut gelaunt ist“, sagt Riis irgendwann.

Während die erste Platte „In Every Seaport Town“ von der Flucht aus der Kleinstadt handelt, ist der Nachfolger „Modern Man“ eher von einer Art innerem Eskapismus geprägt und vielleicht auch eine Studie übers Saufen in der Großstadt. Ich hoffe, demnächst eine Review zu bringen. Als wäre diese Band nicht an sich schon gut genug, gesellen sich noch irgendwann Frederik Thybo (CODY) mit seiner Violine und Camilla Munck (Munck//Johnson) mit ihrer tollen Stimme zu den fünf Musikern. Und mehr möchte ich erstmal gar nicht erzählen. Wie gesagt: Eine Plattenkritik kommt wohl demnächst.

5 Tage – 14 Bands. Das war der Plan.

Die Kopenhagener Konzertsaison wird hier auf Four Sheets gekickstartet und das gleich mit einem kleineren persönlichen Stadtfestival. 5 Tage, 4 Venues, 14 Bands und alle entweder gratis oder zu einem Spotpreis. Vielleicht habe ich mir etwas viel zugemutet, aber das weiß man ja auch immer erst später. Aus Erfahrung lernt man aber ja bekanntlich und deshalb gibt es jetzt diesen Erfahrungsbericht.

Mittwoch, 23.02.
The Enfant & The Quiet + Celinder + Never Gonna Be Like Sandra @ Huset i Magstræde. 30,- Kr

Jeden Mittwoch spielen drei upcomming Bands auf Huset für gerade mal 30,- Kronen. Das Publikum an diesen Abenden besteht hauptsächlich aus Freunden und Bekannten der Bands, die hier auftreten. So auch heute. The Enfant & The Quiet haben am 28. Januar ihre erste EP auf dem kleinen aber respektierten Lable GO’ Danish Folk Music veröffentlicht. „Diamond Eyes & Silver Sound“ ist eine stille, ruhige und melancholische Angelegenheit und so auch dieses Konzert. Sänger William Kudahl Sørensen leitet trotz seiner Jugend souverän durch das Set. Allerdings wirkt es ab und an etwas einschläfernd und auch der Drummer droht öfters, hinter dem Schlagzeug wegzunicken. Das alles ist zu hause auf dem Plattenteller doch etwas anderes. Nur zu dem älteren Nightmares And You, das „etwas wilder ist“ wachen er und das Publikum auf und auch das Cash-Cover Take This Hammer (das wohl eigentlich schon 100 Jahre auf dem Buckel hat) zeigt, dass dieses Jungs eine Zukunft haben könnten.

Wir sind gerade draußen und machen ein Interview mit Enfant, als Celinder die Bühne betreten. Die sind irgendwie funky und irgendwie ein bischen wie Sting und irgendwie auch nicht weiter erwähnenswert.

Never Gonna Be Like Sandra haben einen klasse Namen. Das ganze ist surfpoppig und ganz nett, ohne aber vom Hocker zu reißen. Trotzdem ist Seashore & Living Legends auf ihrer Myspace durchaus hörenswert und lustig – „noch ein Lied über Liebe“.

Donnerstag, 24.02.
Monkey Cup Dress + Death Valley Sleepers @ Idela Bar. Gratis Eintritt

Die beiden wunderbaren Mädchen von Monkey Cup Dress haben bereits ein beeindruckendes musikalisches CV und im Spätsommer soll dann endlich das Debüt auf einem kleinen spanischen Label erscheinen. Line Felding spielt Ukulele und – wie auch bei CODY – Cello, während Sidse Holte hauptsächlich Gitarre und dieses kleine Daumenklavier namens Kalimba spielt.

Zusammen schaffen sie einen minimalistischen – mal herzzerreißenden, mal -erwährmenden – Pop, ohne den ich nie wieder leben möchte. 45 Minuten lang verzaubern sie eine Location, die normalerweise von friday fashion show Teenagern bevölkert wird.

Death Vally Sleepers sind sechs Leute von denen vier aussehen, als wären sie die unehelichen Kinder von Boy George. Die Mucke klingt ein wenig wie die Smashing Pumpkins und das einzige, was ich interessant finde, ist das Gesicht des Drummers, das im Laufe eines Liedes das komplette menschliche Gefühlsregister zeigt. Ein netter zweiter Abend.

PS: CODY ist wohl bald mit neuem Material am Start.

Freitag, 25.02.
Leap Over Light + Slyngelstaten + Tetris=Therapy @ Huset i Magstræde. 30,- Kr

Catching Paper Planes ist eine relativ neue Managment- und Bookingagentur, die unter Anderem auch The Foreign Resort zu ihren Klienten zählen darf. Heute abend veranstalten sie zum ersten Mal Catching Paper Planes Presents!, das als Entwicklungshilfe für junge Band gedacht wird. Das Publikum bekommt anfangs Bewertungszettel für jede Band in die Hand gedrückt und eine Jury soll später (und intern) konstruktive Kritik geben. Einer von ihnen erzählt mir später, dass das Niveau seiner Meinung nach nicht besonders hoch war.

Die der Bands heute Abend sind aus über 70 Bewerbungen ausgewählt. Den Anfang machen Leap Over Light, die ihr erstes Konzert überhaupt spielen. Lennart Rasmussen ist ein verteufelt guter Gitarrist und streut im Gegensatz zu den Studioaufnahmen gezielt Soli ein. Julie Aagaard singt, spielt Piano und ist am Laptop für die Beats und Hintergrundgeräusche zuständig, wirkt damit nicht gerade überfordert, aber doch so konzentriert, dass sie nicht viel Zeit hat, sich zum Publikum zu verhalten. In Zukunft würden mehr Mitmusiker dem Duo gut zu Gesicht stehen; was wohl auch in Planung ist.

Slyngelstaten singen auf Dänisch, singen laut auf Dänisch, sehr laut. Sie haben ihren eigenen Tonmann mit und der hat bis zum Anschlag aufgedreht, dass es schwer auszuhalten ist. Sie sehen aus, als hätten sie Spaß wie auch die Menschen, die für lauten pathetischen Rock gemacht sind. Wir sind eher für gute Coctails nebenan im Cafe Katz gemacht und gehen kurz einen trinken.

Als wir wiederkommen spielen Tetris=Therapy. Das ist elektronischer Shoegaze und einzelne Elemente wirken beeindruckend, doch funktionieren sie nicht ganz im Zusammenspiel. Insgesamt ein sehr vergnüglicher Abend, werde die beiden zweiten Bands aber wohl nie wieder sehen.

Samstag, 26.02.
Alcoholic Faith Mission + Among Relatives + Deer Bear + Gustav Foss @ Lille Vega. 70,- Kr

Der vorletzte Tag meines kleinen Kopenhagen Festivals. Eigentlich hätte Einlass um 20 Uhr sein sollen; ich sehe dann aber – als ich um halb zehn vor der Tür steh – dass die Leute schon um 7 aufgemacht haben. So verpasse ich nicht nur Gustav Foss, was geplant war, sondern leider auch Deer Bear, von denen ich nur noch das letzte Lied sehe.

Lille Vega ist gut gefüllt. Wahrscheinlich weil die sehr freigiebig mit Karten um sich geschmissen haben. Selbst ich stehe hier +3 auf der Liste und ich kenne den Veranstalter 3rd Tsunami nur peripher. Um 21:45 kommen Among Relatives und Leute kreischen und es gibt die ganz großen Rockbewegungen: Faust in die Luft, breitbeiniges Gitarrengejaule, der Leadsänger heißt Jimmy. Irgendwann gibt’s das Prostspiel. Irgendwann gibt’s immer das Prostspiel.

Vor einem Jahr haben sie ihr Debüt „This Room“ rausgegeben, was mir wirklich etwas zu sehr in den ’90ern verwurzelt ist. Aber ein sehr gute, gehetzter Gesang.

Wenn mich nicht alles täuscht, haben Alcoholic Faith Mission drei reguläre Alben herausgegeben (aber irgendwelche Doppelalben aus Japan gibt’s wohl auch) und vor einigen Tagen gab es die von den Kritikkern gelobte EP „And The Running With Insanity“. Gerade wurden sie fürs texanische SXSW bestätigt und ab 22:30 zeigen sie auch warum, fangen an mit Escapism vom 2009-Werk „421 Wythe Avenue“: „I’m old enough to fall apart.“ Und wie recht sie haben und ihr Name ist Programm. Posaune, Chorgesang, Percussion und Elektrosamples. Der Höhepunkt dieser fünf Tage. Und ich merke, ich werde alt, als ich um zwölf Uhr durch die skandinavische Kälte nach Hause trotte.

Sonntag, 27.02.
Marie-Louise Munk + mOOnbird @ Kaffeebaren på Amager. Gratis Eintritt

Wie haben Alcoholic Faith Mission gestern zum Abschluss gesungen? Entweder „It’s over now“ oder „It’s time to sober up“, ich hab’s nicht ganz verstehen können. Einerlei, denn beides trifft zu an diesem fünften und letzten Tag. Das aarhusianische Musikmagazin Geiger findet, dass es nicht genug Konzerter auf Amager gibt und wollen das an jedem letzten Sonntag im Monat ändern. Zur ersten Ausgabe gibt es um 16 Uhr Marie-Louise Munck und m00nbird. Erstgenannte eröffnet den Nachmittag. Vor einem Jahr habe ich in der Plattenreview zu „The Birds Fly Up“ gesagt, sie sein mal wie Beth Gibbons und dann eher wieder wie Dido. Heute ist sie nur Beth Gibbons, singt zerbrechlich und überirdisch. Besonders Rose Is My Name, das wohl auf eine neue Platte kommt, und All The Time In The World bringen die knapp 30 Leute dazu, ihren Gedanken nachzuhängen.

Und mOOnbird weckt sie dann alle wieder auf. Im Hintergrund gibt’s eine Videoperformance, Jonatan Bengta ist wie immer als Vogel mit Phantasieuniform verkleidet und hüpft und springt hinter seinem Keyboard und seinen Elektrodrums, singt und loopt sich selbst. Obwohl er Texte hat, klingen sie doch eher wie Geräusche, sind keine menschliche Stimme mehr. Alle klingt mal wie Regentanz, mal nach Urwald. Darauf dann doch noch 1 letztes Bier und müde nach Hause.

5 Tage, 14 Bands. Es war schön, aber jetzt reicht’s!

The Gun + Christian Hjem + Jacob Bellens + Il Tempo Gigante + Song For Wendy, Huset i Magstræde, 10.12.2010

Nye Rødder feierten Weihnachten mit einem auf Papier herausragendem Lineup, gratis Futjes und Punsch. Und natürlich wurde es ein sehr gemütlicher Abend, der aber auch ein oder zwei Durchhänger hatte.

Wenn um neun die Tür öffnet, dann gibt es einen Ansturm. Da musste man kein Prophet sein, um das vorauszusagen; sogar die Gratiszeitung Urban hatte für das Konzert geworben und Figurines (Christian Hjelm) und Murder (Jacob Bellens) gerade eh in aller Munde. Also wird das rituelle Cocktailtrinken nebenan im Cafe Katz abgekürzt und wir stehen viertel vor neun auf der Matte, in der Schlange. Wir kommen noch ohne weiteres rein und bekommen beste Sofaplätze; späterhin wird es allerdings eng.

Ich habe vor nicht einmal einer Woche gesagt, dass Song For Wendy “viel zu nett und ohne nennenswerte Friktion seien”; ohne Friktion sind sie noch immer, als sie den Abend eröffnen, und auch nett, aber hier, in diesem viel kleineren Umfeld ist es nett ohne das „viel zu“.

Dann kommt der unendlich oft erwähnte Rolf Hansen aka Il Tempo Gigante; doch worauf ich mich eigentlich gefreut hatte – ihn nach drei Jahren endlich wieder mit Band zu sehen – fällt ins Wasser. Eigentlich als Trio angekündigt, spielt er doch wieder nur ein Soloset mit Loopstation und massig Pedalen, worüber er sich noch immer freuen kann. Natürlich ist er wieder mal der Höhepunkt des Abends, besonders für alle, die bisher noch nicht das Vergnügen hatten.

Hoffentlich noch lange unter uns: Dänemarks größte Stimme.

Dann, kurz nach zwölf kommt Jacob Bellens. Vor kurzen habe ich mich noch mit jemandem darüber unterhalten, was passieren würde, wenn er stirbt (bei seinem Kaffee&Kippen-Konsum und seiner Statur durchaus vorstellbar). Ich denke, er würde eine Legende werden und so niemals wirklich sterben (pathetisch, ich weiß). Er hat die wahrscheinlich größte Stimme dieses Landes (gestern, am 15.12. zum Gaffa-Preis, war er als bester männlicher Künstler nominiert – gewonnen hat doch wieder Kashmir-Eistrup) und einer der wenigen, die von der Musik alleine leben (wenn wohl auch mehr schlecht als recht). Solo spielt er am Klavier wohl Lieder, die noch nicht ganz fertig sind, von denen er noch nicht weiß, ob er sie für Murder oder I Got You On Tape verwenden will. Er ist brillant PUNKT

Zu Christian Hjelms Soloauftritt sind alle – wohl inklusive ihm – schon viel zu müde. Und wie gut die neue Figurines-Platte auch ist, so langweilig wirkt er heute PUNKT

The Gun, die um halb zwei (!) auf die Bühne kommen, waren nicht angekündigt und wir hören uns zwei Lieder an und gehen dann auch; die Musik ist nett, der Sänger aber eigenartig eintönig – auf Myspace um Längen besser und auch hier setze ich einen PUNKT, sowohl für diesen guten Abend und dieses Post.

Frohe Weihnachten!

Gerade aus Barcelona wiedergekommen. Take a Holiday in Spain und weil es ja auf diesem skandinavischen Blog sonst nicht viele Chance gibt, diesen Song mal zu posten, kommt er hier:



In Barcelona gabs doch auch glatt ein Konzert der Hidden Cameras, an das ich mich aber, dank eines Spaniers, der mich, auf Deutsch krakeelend, mit einer Flasche Schnaps und einer Flasche Limo abgefüllt hat, nur noch bruchstückartig erinnern kann. Aber der Frühling in KBH gibt mir jetzt eine zweite Chance: Am 20/4 im Vega mit Men Among Animals als Vorgruppe. Deren neue Platte Run Ego werde ich hier wohl demnächst reviewen.

Außerdem wird Huset i Magstræde 40 Jahre alt. Am 16/4 spielen unter anderen

21.15 – 21.35: Mads Beldring
21.40 – 22.00: Rolf Hansen
22.05 – 22.25: Erwin Thomas
22.30 – 22.50: Maria Viskonti
22.50 – 23.10: Pause
23.15 – 23.45: Per Kristensen/Maria

Und vom 16/4-18/4 steht das Popfest im Råhuset an. Es wird ein großer April. Hoffe nur, ich habe genug Zeit, Geld und ausreichend Sonne im Herzen.

16/4 The Notwist – Vega

16/4-17/4 Huset wird 40! – Huset i Magstræde

16/4-18/4 Copenhagen Popfest – Råhuset

17/4 Efterklang – Vega

17/4 Shout Wellington Air Force – Din Nye Ven

18/4 Band of Horses – Vega

19/4 Emanuel and The Fear – Loppen

19/4 Noah and the Whale – Vega

20/4 Hidden Cameras (Support Men Among Animals) – Vega

21/4 The Foreign Resort – Huset i Magstræde

26/4 Grant-Lee Phillips – Vega

28/4 Club Shhhh: Betting on the Mouse und August and the Red Apples

30/4 August Rosenbaum-Releasefest mit Pinkunoizu – Råhuset

Und ein besonderer Dank geht raus an die Lufthansa, die mein Gepäck auf dem Hin- und das eines Reisebuddies sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg irgendwo zwischen Mailand und München vergessen hat.


A key Is A Key, Let Me Play Your Guitar, The October Country im Huset i Magstræde, 3.10.2009

Wie singen die Counting Crows noch? „We spent all day getting sober / Just hiding from daylight / Watching TV / We just look a lot better in the blue light / Well you know I gotta get out”. Man fange an mit Iron Man, dann Indiana Jones IV, zwischendurch Bundesliga und wenn man dann irgendwann abends bei The Dark Knight angekommen ist, dann sollte man sich glücklich schätzen, einen Freund zu haben, der sagt, dass es reicht und man sich ein Konzert anschauen sollte.

Gegen zehn Uhr und gerade rechtzeitig und mit einem Bier in der Hand gibt’s noch einen freien Tisch. Das ist hier selten und an diesem Abend genau richtig. Hinnerk, mein Radiokollege, ist noch nicht da, als die erste Band, drei Jungs mit Akustikklampfe, elektrischer Gitarre und Kontrabass, die Bühne betreten. Die warme stimme des Sängers – Esben Hansen, wie ich später rausfinden sollte – singt unglaubliche melancholische Texte, die das versoffene Gehirn einlullen: „Out on the streets / Sometimes I walk / Trying to find my home / After another night out“ und während des zweiten Liedes kommt dann auch Hinnerk. Die kurze Ansage, dass jetzt das letzte Lied kommt, und danke: „I found God in a sewer / Nowhere else to been seen“. Sie lassen uns ein weniger ratlos zurück, waren das A Key Is A Key, die wir bisher noch nicht kannten?

Immerhin hat Hinnerk eine Liste über 11 Konzerte gemacht, die wir in den nächsten zwei Monaten sehen sollen. Ein guter Freund!

Wir gehen umher, fragen, niemand weiß, wie die erste Band hieß.

Ich: Ein Bier, bitte. Kannst du mir sagen, was das gerade für eine Band war?

Tresenkraft: Die Vorgruppe.

Ich: Aha, danke.

Let Me Play Your Guitar (Foto: Kristian Sæderup)

Let Me Play Your Guitar (Foto: Kristian Sæderup)

Einige Zigaretten und fast eine Stunde später kommen Let Me Play Your Guitar auf die Bühne und vielleicht ist es meine Abneigung gegen zu viel Gel in den Haaren, vielleicht weil ich nicht mag, wenn man sein Hemd in die Jeans steckt, aber es ist eine eher langweilige Angelegenheit. Folk, Rock, eine Prise Beach Boys und Kings Of Convenience-Anspielungen, was auf ihrer Myspace-Seite wirklich ganz angenehm klingt (etwa das Lied Hero In Your Bed), heute aber hauptsächlich Gähnen verursacht. 9 Lieder später und etwas enttäuscht finden wir Zeit und die Jungs von der Vorband. Sie heißen The October Country und demnächst werden wir wohl ein Interview für XFM machen, dazu dann mehr.

Etwas unsicher nach der Band gerade eben, gehen wir zurück an unseren Tisch. Als die fünf Musiker von A Key Is A Key die Bühne einnehmen, wischen sie unsere Unsicherheit mit einem Mal weg. Ein 2-Meter-Schlacks mit Kraushaar (Nico Love), gerade 20 Jahre alt geworden, mit einer versoffenen Whiskystimme, wie man sie sonst nur von Tom Waits kennt; ein etwas übergewichtiger vielleicht 1,70 großer Ska-Mann (Michael Love Rexen), mit eine pipsigen Stimme, ein rumspringendes Energiebündel; dazu ein schwarzes Mädchen (Louisa Love Yaa Aisin), in bunte Kleider und Tücher gehüllt, an diesem Abend hauptsächlich für die Baggroundstimme und für das sinnliche tanzen und hin und wieder das gelangweilte rumhängen zuständig. Dazu Birk Abenth Nielsen am Kontrabass und Cyron Melville an den Drums, die auch bei Let Me Play Your Guitar dabei sind, aber in diesem Ensemble nur Nebenrollen spielen.

Am Besten sind sie, wenn alle drei gemeinsam die Leadvocals übernehmen, unmöglich in Worte zu fassen! Und ich werde es hier verdammt nochmal nicht versuchen! Höhepunkt war für alle, als Nico sich an das Klavier setzt und allein „für meinen besten Freund“ spielt, wobei dieser Riese mit der gewaltigen Stimme auf den kleinen, dicken Ska-Mann zeigt.

Von allen Bands, die ich dieses Jahr gesehen habe, definitiv die interessanteste Livecomo, welche wohl niemals wirklich auf Platte gezwängt und gebendigt werden kann…

Myspace The October Country
Myspace Let Me Play Your Guitar
Myspace A Key Is A Key

I once met a woman / she said to me your energy is quite mix-up at this moment / At this moment? I said in a quit confident tone / Just as I said this words the womans face turned into a great confusion / Before she was able to say anything I said to her / To reach the top of the top or to go to the bottom of the bottom / Is not by wearing a mask in any situation / So put your mask away and join me to fly like fairys (Michael Love Rexen/A key Is A Key)