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Worum es eigentlich geht

Veröffentlicht: 01/11/2011 in Neues/Vermischtes
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Diskutieren leider nicht, was gute Musik ist, sondern Nichtigkeiten drumherum. (Photo: Rasmus Bjørn Dahl)

Die dänische Blogosphäre ist etwas aufgewühlt, weil die KODA (dänisches Pendant zur deutschen Gema) von uns fordert, dass wir dafür Geld bezahlen sollen, Soundcloud-Streams und Youtube-Videos einzubetten. Die ganze Debatte nimmt inzwischen wirklich groteske Züge an, es gab einige Meetings und inzwischen werden die Blogger aufgefordert, sich in einer Art Gewerkschaft zu organisieren. Eigentlich möchte ich das hier und jetzt gar nicht weiter vertiefen. Es ist nur so, dass die letzte Diskussionsrunde am 27.10. war, was auch – ganz zufällig – mit dem „Spil Dansk Dag“ zusammenfiel, was ein Tag ist, an dem die Radios ausschließlich Musik von dänischen Künstlern spielen, wo es eine Masse an Konzerten gibt und was ich davon halte? Auch nicht viel, glaube ich. Aber ich war mal wieder beim Treffen und habe einige Hotshots aus dem Musikbusiness gefragt, was sie denn für dänische Musik empfehlen wollen. Darum sollte es ja eigentlich gehen, oder?
Das habe ich mal zusammengetragen und, damit die KODA nichts sagen kann, zu den Liedern verlinkt und sie nicht embeddet:

Anders Lassen (KODA), Agnes Obel: Riverside

Eva Laksø (Blogger Regnsky.dk), Ulige Numre: København

Gertrud Hjelm Kongshøj (Musiker With No Arms And Legs), Behind Seven Mountains: Walk The Forest

Jannick Blaksmark (Battle&Bonce und Goombay.dk), Folkeklubben: Fedterøv

Mark Anderson (Zweitvormann Muve), Android Orchestra: We Share

Rune Schlosser (Blogger Blaavinyl.dk), Lars and the Furious Jane: In The Surf

Søren Lund Korsgaard (Blogger Musikmigblidt.dk), Doi: Pieces

Thor Martin Jensen (WiMP), Thulebasen: Raga Gemini

Torben Eik Jacobsen (Musikparlamentet), The Migrants: 2811 California Street

Troel Abrahamsen (Musiker Veto), When Saints Go Machine: Kelly

Ken Gudman Preis 2011 @ Amager Bio, 09.10.2011

Vier Stunden ohne allzu viele Reden, in denen Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertrafen. Und dieses Treffen harmonierte und es entstand… schöne Musik.

Ken Gudman (1947-2003) hat als Drummer so ungefähr mit allem gespielt, was es in Dänemark an alten Beat-Bands gab: Savage Rose, Young Flowers, The Defenders, tourte mit den Stones und kurz nach seinem Tod wurde dieser Preis in seinem Namen ins Leben gerufen. Dieses Jahr geht er an die erste weibliche und bisher jüngste Künstlerin: Cæcilie Trier, die mit ihren Band Chimes & Bells, Choir of Young Believers, Valby Vokalgruppe und ich weiß nicht was noch, auch mit fast jedem gespielt hat. Sie gilt als die Indie-Königen Dänemarks… sagen die Leute… zumindest haben die guten Menschen von Third Ears in ihrem jetzt eingestelltem Musikmagazin erzählt, dass es Leute gibt, die sie so nennen. Ich kenne eigentlich keinen und „Indie“ und „Königin“ passt vielleicht auch nicht wirklich zusammen. Aber verdient hat sie den Preis und an diesem Abend spielte nicht nur Trier mit einer Handvoll ihrer Gruppen, auch alte Haudegen gaben sich und ihr in einem halbvollen Amager Bio die Ehre. Trier gewann den Preis, da sie genau wie Gudman für „Personlichkeit, musikalisches Handwerk und Integrität“ steht, doch im Grunde sieht Trier den Preis, als einen Preis für die gesamte alternative Musikszene in Dänemark, die in den letzten Jahren aufgeblüht ist.

Zu Anfang spielten die Young Flowers ein Reunionkonzert, allerdings – und das liegt dann wohl in der Natur der Sache – ohne ihren alten Drummer. Conférencier Jacob Haugaard, der mal mit der Forderung, es solle auf allen Fahrradwegen Rückenwind geben, in das dänische Parlament gewählt wurde, führte durch den Abend. Er meinte es sei auch endlich an der Zeit, dass eine Frau den Preis gewinnt, denn „die sehen schon um einiges besser aus als wir Männer, meine Damen und Herren“. Nach den drei Liedern von Chimes & Bells wunderte er sich auch nicht mehr darüber, dass die jungen Leute so wenig Kinder in die Welt setzen: „Die sind echt mal besser als wir alten Leute es damals waren; obwohl, da fehlt irgendwie ein bisschen das Primitive, das erinnert nicht so an Ficken, wie bei uns der Rock `n´ Roll damals. Also einen hoch bekommt man davon nicht. Aber schön isses.“

Schön war es, Valby Vokalgruppe, neue Lieder von Choir, deren neue Platte auch bald erscheinen soll, und – kurz nachdem der Preis überreicht wurde – spielte Cæcilie am Cello ein intimes und stimmungsvolles Duett mit ihrem Vater Lars Trier an der akustischen Gitarre. Eine Trier trat an diesem Abend also vollends ins Rampenlicht und ein Trier meldet sich ab. Mit seiner Band Røde Mor – in Dänemark vielleicht so wichtig wie in Deutschland Ton, Steine Scherben – spielte Lars Trier das allerletzte Konzert. Und viele mittelalten Menschen sangen jede Zeile mit, Lieder über den Krieg, Atomkraft und alles andere, was heute Vergangenheit ist…

Die Gegenwart scheint da.


Faschisten? Die Kids von der Punkrockband Iceage werden nicht nur von allen dänischen Kritikern (außer mir) gehypt, auch in den USA bekommen sie durchweg positives Feedback (siehe z.B. Pitchfork). Der amerikanische Blog Magic Muscle Media hat allerdings die durchaus berechtigte Frage gestellt, wie man die Symbolik ihrer Artwork und den Bildern und Zeichnungen auf Vorsänger Elias’ Blog deuten soll, und rückt die Teenager in eine Ecke, in der sie sicher nicht gerne stehen.

Ich denke, dass Iceage in keinem Falle Faschisten sind, glaube nur, dass sie nicht im Klaren darüber sind, was ihre Symbolik eigentlich bedeuten soll, bzw. könnte, da sie mir generell auch etwas naive vorkommen. Wahrscheinlich finden sie den „Style“ einfach „cool“. Aber gerade in einer Zeit, in der Neonazis immer mehr traditionelle linke Symbole wie den Intifadaschal und Lifestyle, Codes und Musik der Linken übernehmen, sollte man vielleicht etwas reflektierter vorgehen.

Der Macher von MMM hat leider auch nicht versucht, die Lyrics – „which I haven’t been able to find online“ – zu analysieren oder weitere Nachforschungen anzustellen, was bei diesem Thema durchaus angebracht wäre. Die Band hat sich inzwischen – und wie schon häufiger – von der rechten Szene distanziert. Was bleibt, ist wohl viel Lärm um Nichts – und das passt ja, wie ich finde, gut zur Band und stellt sie in eine Reihe mit wirklich großen wie etwa Bowie, Morrissey oder Kraftwerk. Und in diese Reihe gehören sie jetzt noch weniger, als in die rechte Ecke.

Back in Business!

Veröffentlicht: 31/08/2011 in Neues/Vermischtes

Die neu EP von CODY, das Debut von From Sarah, Jacob Faurholts neue Platte, Dad Rocks!, Catching Paper Planes Festival, Murders letzter Waltzer im Vega, Konzerte die kommen: CODY, With No Arms And Legs mit einem riesen Chor in einer riesen Kirche, Leap Over Light, die Blogger von Blaa Vinyl und ihr neuer Club Poerty In Motion, Anders LA, KODA (dänische GEMA) die Kohle von uns Bloggern haben wollen und polnische Blogger, die zu Besuch kommen. All das und noch so viel mehr, denn ich bin zurück aus der Sommerpause! Und in den letzen 54 Tagen gab es 55 Videos auf Four Sheets Facebook zu sehen.

Vi ses derude …

Sommerpause, aber…

Veröffentlicht: 06/07/2011 in audio/video, Neues/Vermischtes
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… es gibt dann doch noch Dinge, die ich schnell mal loswerden muss, dass ich sie selbst nicht vergesse. Der öffentlich-rechtliche Radio hat diverse Roskilde Konzerte aufgenommen und die gibt’s zum streamen. Genau… hier.

Besonders Spids Nøgenhat ist zu empfehlen.

PS: Während ich mich in der Sommerpause befinde, kann man natürlich auch Four Sheets-Fan auf Facebook werden. Hier gibt es in der nächsten Zeit immer mal wieder neue Videos zu sehen und Lieder zu hören. Jeah! Ein Hoch auf die Moderne!

Für einen kurzen Augenblick komme ich dann doch aus der Sommerpause und möchte noch zwei Videos zeigen. Das erste ist von Jacob Faurholt. Seine Platte „Are You In The Mood For Love?“ habe ich ja vor langer Zeit mal besprochen und auch sein Projekt Why Write? gefiel mir ganz gut. Inzwischen ist er nach Berlin umgezogen, tritt hier in verschiedenen Soaps und Krimis auf (leider kein IMDB-Eintrag) und insgesamt scheint ihm und seiner Musik die Luftveränderung gut zu tun. Am 15. August erscheint seine neue Soloplatte „Dark Hours“ und das Video zu Creatures in the Sea ist gerade erschienen. Zweite Stimme singt übrigens Sóley Stefánsdóttir von den isländischen Seabear.


Das andere Video ist von With No Arms And Legs. Die haben am 15. Juni ihr Releasefest gefeiert (über das ich – Asche auf mein Haupt – bisher noch nicht geschrieben habe). Am 20. Juni ist ihr Debüt erschienen (über das ich auch noch nicht geschrieben habe). Doch einer der Vier Köpfe von WNAAL, Johan Ask Nielsen, war so freundlich, am Samstag beim START! TV vorbei zu schauen, und uns zum ersten Mal im dänischen Fernsehen das Video zu Sliver Of A Wet Dream präsentieren zu lassen. Und das gibts jetzt endlich auch offiziell. Und das kommt hier. MAZ ab!