Sandmännchen

Posted: 22/09/2011 in Plattenkritik
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Let Me Play Your Guitar: Let Me Play Your Guitar (Speed of Sound/Alarm), VÖ: 19.09.2011 Let Me Play Your Guitar - Let Me Play Your Guitar

Anderthalb Jahre nach der ersten EP, wurde jetzt der selbstbetitelte Longplayer rausgegeben. Der macht genau da weiter, wo „Doinig Rainbows“ aufgehört hat.

Nach ihren Hilferufen, nach unzähligen Konzerten in Dänemark, auf dem SPOT und auf der gerade überstandenen Popkomm ist es jetzt also soweit. Ein Label hat die sechs Jungs von Let Me Play Your Guitar gesignt und dürfte darüber wohl sehr glücklich sein. Der Nachfolger von „Doinig Rainbows“ ist ein solides Album geworden, allerdings ohne allzu viele Höhepunkte. Man darf sich fragen, ob die Dänen jemals das Sandmännchen gesehen haben, aber die ersten 17 Sekunden vom ersten Song, To a Lover, hören sich an, als wäre es Zeit ins Bett zu gehen und so klingt auch die gesamte LP – mal gähnende Langweile, dann wieder träumerische Klänge, die nur wenige so hinbekommen würden.

Ein volles, gesättigtes Klanguniversum entfaltet sich nach diesen ersten 17 Sekunden: Piano und akustische Gitarren, Vokalharmonien und immer wieder bleiben Fragmente im Ohr hängen, ohne dass ich sie einem bestimmten Lied zuordnen könnte: „The sound in my earphones, babe / Is my great escape […] Open your eyes / See the city sleeping“ (Open Your Eyes). Alles schlafwandelt vor sich hin, nur ab und an scheinen die Jungs aufzuwachen und sind am besten, wenn sie ihre Vorbilder wie die Fleet Foxes oder auch die Dänen von Rumour Said Fire (die weit größere lyrische Qualität besitzen) einfach mal im Plattenregal stehen lassen und wie bei Wherever You Go etwas eigenes schaffen.

Die Texte sind mal melancholische Alltagsbeobachtungen, mal Alltagsbanalitäten aus dem Tagebuch eines Teenagers mit Titeln wie Hero In Your Bed und auch gerne mal Lebensratgeberweisheiten und Punchlines: „Look at youself and feel pretty“ (Midnight Scene) oder „There is much more to give than to take […] And the wise man turns out to be you” im schönen Roses, das ganz sanft mit Ukulele beginnt und sich langsam großwächst.

Es ist nicht so, als würde es auf und ab gehen; es geht meist immer gerade aus. Aber das ist ja auch nicht weiter schlimm. Lege die Platte kurz vor dem Schlafengehen auf und sie wird ein sicherer Begleiter in deine Traumwelt sein.

Wherever You Go (single edition)

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