With No Health And Phone

Posted: 14/03/2011 in Konzertkritik
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With No Arms And Legs + Age of Giants + Hunch Bettors @ Loppen, 11.03.2011

Ich hätte vielleicht im Bett bleiben sollen. Jetzt bin ich krank und mein Telephon ist weg. Aber gelohnt hat es sich trotzdem, denn With No Arms And Legs sind alle Strapazen wert und ich verzeihe ihnen sogar das Prost!-Spiel.

Hunch Bettors kommen um kurz nach zehn auf die Bühne und hüllen das Loppen in ein weichen Klangteppich mit zwei Trompeten und Glockenspiel, doch dann macht Sänger Jeppe Ladegaard den Mund auf… erst kann man es vielleicht auf den Mann am Mischpult schieben, aber alles was bleibt, nachdem das Mic leiser gedreht und etwas Hall rausgenommen wurde, ist, dass der Sänger nicht singen kann. Das ist, angesichts des formidablen Sounds, den die Jungs ansonsten produzieren, eine Schande. Irgendwo vorne tanzt permanent eine nicht mehr ganz junge Frau, die bestimmt Maike heißt, Schleiertanz. Aber das trägt auch nur kurzweilig zur Erheiterung bei.

Die nächste Band – Age of Giants – versöhnen mich wieder mit diesem Abend. Der Vorsänger hat Frisur, Tamburin und ein Teil von Liams Attitüde von Oasis Reste Rampe erworben – halt all das, was Beady Eye nicht braucht. Nur Noel… den wollte keiner.
Kleine und verspielte Melodiekleinode, geschaffen um zu träumen: „If we could stay around and dream for while / That not only birds can fly / We raise above the sky / And fly away into the night“, singt er mit liamesker Schnotterigkeit. Nur das elektronische Keyboard geflicke wird ab und an etwas zu viel.

Keyboardlastig sind definitiv With No Arms And Legs, die um halb eins auftreten und eine gute Stunde lang alle zum tanzen bringen – nicht nur Maike mit den Schleiern. Die Band besteht aus Gertrud Hjelm Kongshøj, Johan Ask Nielsen, Troels Damgaard Holm und heute auch aus einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einem dreiköpfigen Chor. Gertrud, Johan und Troels sind der Rest der fantastischen indiepoppern von Attrap, zu denen damals auch Jonas „Hymns from Nineveh“ Petersen gehörte. Während Petersen sich den ruhigen Tönen widmet, sind With No Arms die legitimen Nachfolger. Wild und manisch und irgendwie kommen sie mit allem durch: Egal ob pseudoreggae Offbeat-guitarren, Metalrefrains, schlechten Hip Hop-Beats und Disco zwischen Abba und Aqua und Acapella von sechs Leuten. Leidenschaftlich und voller Schweiß. Man kann sich auf die Platte freuen, wenn sie jetzt endlich mal raus kommt; ich hab seit fast einem Jahr eine unmasterierte CD bei mir im Schrank, die mir Johan damals zum Start! in die Hand gedrückt hat. Und die ist leider nur vereinzelt hörenswert.

Ach ja, wenn jemand mein LG-Handy finden sollte, bitte unter lostinkbh @ gmail.com kontakten. Ich bin krank und gehöre ins Bett.

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