Während die 17- und 18-jährigen Kids von Ice Age momentan auch in den etablierten Medien als die Retter des dänischen Punks bezeichnet werden, gibt es für mich eigentlich noch nicht viel zu erzählen – die Releases lassen noch auf sich warten. Zeit also, einen Blick in die Glaskugel zu riskieren um zu sehen, was die Zukunft bringt. Und wenn ich schon am gucken bin, dann guck ich doch gleich mal auch zurück.

Hier erstmal fünf Videos von Bands, die in 2011 (hoffentlich) auf sich aufmerksam machen werden:

E BIRD
Ich weiß, ich hab das schon vor einem Jahr geschrieben, aber dieses Mal bin ich wirklich fest davon überzeugt: Tue Ebert und E Bird bringen ihren Longplayer raus. Ganz bestimmt. Echt jetzt. Sie haben im Herbst einige Konzerte gegeben, doch leider war ich immer aus irgendwelchen Gründen verhindert. Aber wenn ich dieses Video sehe, dann muss ich mir das nächste Mal wohl einfach die Zeit nehmen.

PINKUNOIZU
Am 8. November haben Pinkunoizu die EP ”Free Time Volume One” als Download rausgegeben und im März soll dann “Free Time Volume One & Volume Two” in physischer Form erscheinen.

Glücklich bin ich mit “Volume One” bisher noch nicht geworden; mir sind die gut 35 Minuten Spielzeit auf vier Lieder verteilt einfach zu lang. Die einzelnen Komponenten sind aber durchaus hörenswert. Vielleicht würde die Platte mir besser gefallen, wenn sie in Fragmente aufgeteilt würde, dass man vorskippen könnte, wenn man will.

Naja, im März gibt’s dann das Endresultat zu hören. Und hier gibt den Song Perish in Hilton, der nicht auf dem ersten Teil erschienen ist.

CASPIAN & THE GOOD TIMES
Die guten Zeiten sollten mal langsam anbrechen. Macht ne Demo klar, schickt sie an Plattenfirmen und dann kommt auch endlich das Debüt in die Läden. Mein Gott, wie schwer kann es sein, wenn man so viel Talent hat?

Das Video zu Playground ist ihnen inzwischen peinlich und auch das Lied selbst wurde musikalisch nochmals überarbeitet. Mir doch egal, Caspian. Entfernt es doch von Youtube.

MONKEY CUP DRESS
Monkey Cup Dress waren diesen Herbst mit Murder auf Tour und die beiden Damen haben so manchem im Publikum Pipi in die Augen getrieben. Hier gibt’s erstmal Cold Hearts von den X-sessions und weil’s ja so nett ist, als Zugabe Honolulu. Den Song haben sie bei ihrem Konzert in Lyngby übrigen uns gewidmet, „weil der ja irgendwie so deutsch ist.“ Naja.

LEAP OVER LIGHT
Zu Schluss gibt’s dann noch Leap Over Light. Julie Aargaard und Lennart Rasmussen haben Ihr eigenes kleines Klanguniversum erschaffen und versuchen hier, der sauberen und schönen Stimme ein musikalisches Gegengewicht zu geben. Es könnte ruhig noch etwas düsterer zugehen, aber die EP „Wild Oak“, die demnächst erscheinen soll, wird wohl so manchen überzeugen. Am Dienstag sind sie bei uns im Radio zu Gast und dann sieht man sich dieses Jahr hoffentlich auf diversen Festivals. Bis dahin heulen wir die Sonne an:

Und was gab’s dieses Jahr sonst so?

„In der etablierten Welt strebt DR in Zusammenarbeit mit den dänischen Studentenradios die Etablierung eines neuen Radiokanals an, der die Zukunft der musikalischen Gegenkultur bestimmen könnte – Im Guten wie im Schlechten – Dazu mehr an dieser Stelle, sobald es aktuell wird.”

Das hab ich im Jahresrückblick 2009 geschrieben. Die Zusammenarbeit sah damals so aus, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk die fünf Studentenradios eines kalten Herbsttages zu sich zum Brainstormen eingeladen hat mit der Versicherung, dass man künftig eng zusammenarbeiten und über den weiteren Verlauf informieren wolle. Von den fünf Radiostationen hatte alleine XFM Bedenken, dass dieser neue Radiokanal zu Konkurrenten werden und diese auf lange Sicht entbehrlich machen könne. Informiert wurden wir dann auch am 6. August. Leider nicht offiziell sondern aus der Tagespresse:

„DR lanciert einen neuen DAB-Kanal für rhythmische Musik, die sonst nicht in der Rotation der Mainstreamsender läuft. »Zum Beispiel könnten das Künstler sein wie Antony and the Johnsons, Lou Reed oder Radiohead [...]«, erklärt Ole Mølgaard [DR-Kanalchef]“

Zuallererst gibt’s für die Informationspolitik und die „Zusammenarbeit“ einen Mittelfinger von mir. Und dann noch einen zweiten für das Risiko, das DR damit eingeht. Antony, Lou Reed und Radiohead: welch weiter Horizont! Konnten die sich wirklich nichts vorstellen, das etwas weiter von „der Rotation der Mainstreamsender“ entfernt ist? Vor Konkurrenz habe ich auf jeden Fall keine Angst mehr.

Ganz zum Schluss gucken wir noch auf die Albumcharts 2010 und sehen, dass es den dänischen Künstlern nicht so schlecht gehen kann – naja, bei einigen müsste das wohl „Künstler“ in Anführungsstrichen heißen. Nichtsdestotrotz sind sieben Alben aus Dänemark und dann gibt’s auf Platz 7 noch kurz was zum Schmunzeln.

PS: Interviews werden demnächst upgedatet. Echt!

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