Lieder und Liebe sind harte Arbeit

Posted: 26/10/2009 in Plattenkritik
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Jacob Faurholt: Are You In The Mood For Love? (Slowsharkrecords), 16.02.2009

faurholtmoodforlovecoverJacob Faurholst Konzert am Freitag den 23.10. im Café Retro soll mir Anlass sein, auf seine zweite Soloplatte Are You In The Mood For Love? hinzuweisen, obwohl diese bereits im Februar erschien. Sparsam instrumentiert und mit fast nackten Vokals, hört man die Entwicklung eines jungen Liedermachers.

Als Frontmann der Sweetie Pie Wilbur veröffentlichte Jacob Faurholst aus Århus bereites 2005 die Platte Queen of Hope. 2007 erschien dann das von den Kritikern gelobte Solodebut Hurrah Hurrah. Auf seinem zweiten Solowerk Are You In The Mood For Love? hört man Faurholt, meist nur von einer Gitarre unterstützt, von alltäglichen Begebenheiten in einem jungen Leben berichten: Durch die städtischen Nächte driften, Freundschaften, Liebe, den Kampf für die Liebe, den Kampf gegen die Liebe – „I have done nothing wrong in 25 years“ (We Stole Those Years), und ist diese Gewissheit nicht schon genug?

Die Platte bietet einfachen Folk, getragen von einer warmen, tröstenden Stimme, ab und an unterstützt von einem Hintergrundchor, mal einem Kontrabass, ganz selten Percussions, meist mit Texten, die in ihrer Ganzheit schnell vergessen sind, doch oftmals ein oder zwei Linien haben, die den Kopf nicht mehr verlassen, festhängen, um die sich dann sowohl die eigenen Gedanken, als auch die Songs drehen: „Gently hold my hand while I am here / You wipe the ashes of he book I nearly read“ (True Love).

Und immer wieder die Liebe: „Our love is close / Our love is cool / Our love is foolish / But in a good way / […] / I feel like dancing / Though my legs hurt“ (Irish I Am Not), „A touch from a girl / A kiss from a stranger / It wasn’t much / But was enough / To ruin our relationship / […] / Oh, my girl, would you stay with me / Would you stay with me / After all I’ve done?” (Blood On The Floor).

Die Liebe ist ein ständiger Arbeitsprozess und genau wie an der Liebe, muss Jacob Faurholt auch an seinem Auftreten arbeiten. Das Konzert im Café Retro mag, alleine mit einer Gitarre an einem Freitagabend mit ausgelassenem und lautem Publikum, undankbar gewesen sein, doch zeigt es auch, dass eine schöne Stimme und gute Songideen allein für eine größere Karriere vielleicht noch nicht ausreichen, doch ist Jacob Faurholt ja noch jung: „I know, I know / I am getting older / But I still look young“ (You Sing Louder Than A Little Bird).

Vielleicht, wenn er etwas reifer geworden ist und mehr Erfahrungen gesammelt hat, wird er auch mehr zu berichten haben, als auf den 29 Minuten von Are You In The Mood For Love und ich warte gespannt auf sein nächstes Projekt Why Write, das noch in diesem Herbst eine EP auf What A Mess veröffentlichen wird.

Jacob Faurholt Myspace
Why Write? Myspace

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